Alte Leitungen

Gefährdet Blei unser Trinkwasser?

von Lukas Koch
In einigen älteren Häusern sind noch Bleirohre verbaut.

In einigen älteren Häusern sind noch Bleirohre verbaut. Quelle: https://pixabay.com | Autor: cattalin

Obwohl Bleirohre seit den 1970er-Jahren nicht mehr verbaut werden, zeigen Analysen im Norden und Osten Deutschlands, dass bis heute stellenweise der Grenzwert von zehn Mikrogramm Blei pro Liter Leitungswasser überschritten wird. Weil schon geringe Mengen des geruch- und geschmacklosen Schwermetalls krank machen, sollten gerade schwangere Frauen und Kinder kein mit Blei verunreinigtes Wasser trinken. Aber wie finde ich heraus, ob in meiner Wohnung bleihaltiges Wasser aus dem Hahn kommt?

Das Leitungswasser in Deutschland gilt als eines der bestkontrollierten Lebensmittel. Wasserwerke sind dazu verpflichtet, gemäß der Trinkwasserverordnung die chemischen, radiologischen und mikrobiologischen Qualitätsstandards zu erfüllen und alle vorgeschriebenen Grenzwerte einzuhalten. Doch ab dem Hausanschluss ist der Besitzer selbst für die Qualität des Wassers verantwortlich. Und genau dort gelangt das Blei ins Trinkwasser.

Warum ist Blei so schädlich?

Schon eine geringe Menge Blei kann eine gefährliche Wirkung haben, sofern sie über einen längeren Zeitraum aufgenommen wird. Denn Blei wird nur langsam ausgeschieden und reichert sich besonders in den Knochen an. Schon ein Milligramm am Tag reicht aus, damit es zu einer chronischen Bleivergiftung, auch „Saturnismus“ genannt, kommt. Die Symptome können Darmkrämpfe, blasse Haut und ein leicht erhöhter Blutdruck sein.


Neben der Schädigung des zentralen und peripheren Nervensystems beeinträchtigt Blei auch die Fruchtbarkeit, stört die Blutbildung, führt zu Magen-Darm-Beschwerden und Nierenschäden. Dagegen eher selten ist eine akute Bleivergiftung, die bei einer einmaligen Aufnahme ab etwa fünf Gramm eintreten und tödlich enden kann.

Wo man noch Bleirohre finden kann

In Süddeutschland wird bereits seit 1878 auf Bleirohre verzichtet, anders sieht es dagegen im östlichen und nördlichen Teil von Deutschland aus. Hier wurden die gesundheitsschädigenden Rohre zum Teil noch bis 1973 verbaut. Zwischen 1994 und 2004 wurden insgesamt 23.700 Wasserproben von der Stiftung Warentest au Schwermetalle untersucht.


Aus ihrer Analyse ging hervor, dass besonders Proben aus teil- und unsanierten Altbauten und großen Städten wie Hamburg oder Berlin noch erhöhte Bleiwerte aufweisen. Deshalb wurden in Hamburg bis 2013 28.000 Bleirohre entfernt.

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Mit Umkehrosmose gegen Blei

Um herauszufinden, ob der eigene Anschluss betroffen ist, gibt es mehrere Möglichkeiten: Wenn die Rohre frei liegen, kann der erste Schritt ein prüfendender Blick auf die Wasserleitungen sein. Eine silbergraue Farbe der Rohre ist ein erster Hinweis. Da Blei sehr weich ist, kann es einfach mit dem Fingernagel angekratzt werden. Klopft man auf das Rohr, ertönt ein dumpfer Ton. Wenn diese Merkmale erfüllt sind, sollte der Verdacht unbedingt dem Vermieter gemeldet werden.


Liegen die Rohre nicht frei, kann der Vermieter Auskunft zu Material und Zustand der Leitungen geben. Wem das nicht genügt, der kann einen wissenschaftlichen Test der Wasserqualität in Auftrag geben. Entsprechende Analysen können in den Laboren von Gesundheitsämtern oder kommunalen Wasserversorgern durchgeführt werden. Die Kosten für die Untersuchung werden in manchen Gebieten sogar übernommen, sollten Schwangere oder kleine Kinder im Haushalt leben. Für 50 bis 100 Euro können Wasserproben von einer anerkannten Prüfungsstelle untersucht werden.

Findet sich nun eine erhöhte Konzentration von Blei im Leitungswasser, muss der Eigentümer dafür sorgen, dass etwaige Bleirohre ausgetauscht werden. Durch verschiedene Filtermethoden lassen sich die schädlichen Moleküle direkt am Point of Use aus dem Leitungswasser eliminieren: Zum Beispiel durch die sogenannte Umkehrosmose, die Fremdsubstanzen mittels einer feinporigen Membran aus den Trinkwasser filtert. Ein rein physikalischer Prozess, der keinerlei Chemikalien benötigt, die das Wasser unnötig belasten könnten. 

03. September 2019 Aktualisiert am: 19. Dezember 2019 Lukas Koch
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